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Bericht über den Schnittkurs am 25.03.2017

Schulung im Obstbaumschnitt

Zur Schulungsveranstaltung Obstbaumschnitt konnten am Samstag, dem 25.03.2017 im „Lehrgarten“ des Obst- und Gartenbauvereins Angelburg 87 e.V. an der Gansbachtalschule in Lixfeld 10 Teilnehmer begrüßt werden. Der Vorsitzende Udo Weber freute sich, dass die Gartenfreunde Interesse am Baumschnitt haben, denn es nahmen nicht nur Vereinsmitglieder an der Veranstaltung teil, sondern auch Hobbygärtner sind der Einladung gefolgt.

Zu Beginn wurden den Teilnehmern die optimalen Werkzeuge für den Obstbaumschnitt vorgestellt, denn das richtige Werkzeug ist für den Obstbaumschnitt das A und O. Ein Tipp vorab: Gleichgültig, welches Werkzeug verwendet wird – es sollte scharf, sauber und frei von Rost sein, denn sonst fasern die Schnittstellen / Wunden aus und verheilen schlecht.

Los ging es mit einer allgemeinen Einführung in den Baumschnitt. Diese wurde von unserem in Ausbildung stehenden Obstbaumfachwart Christoph Weber, welcher in einem kurzen Theorieteil die Teilnehmer über die wichtigsten Punkte beim Baumschnitt informierte, durchgeführt und behandelte vor allem folgende Fragen: Was sind Leit- und was sind Fruchtäste? Woran erkenne ich eine Frucht- oder Blattknospe? Wie sieht die ideale Baumform aus? Dies nur ein paar Fragen, die vor jedem Schneiden geklärte werden sollten. Denn ein gezielter Obstbaumschnitt ist nicht nur Voraussetzung für regelmäßige und reichhaltige Ernten, er dient vielmehr auch der Gesunderhaltung des Baumes und macht ihn widerstandsfähig gegen Pilz und andere Krankheiten. Auch das Thema Sommerschnitt wurde angesprochen, das Ziel hierbei ist es, die älteren Obstbäume zu „beruhigen“. Das heißt, durch das Entfernen belaubter Äste wird dem Baum ein Teil seiner Energie genommen, und somit der weitere Holzzuwachs verringert. Der Kronenaufbau bleibt dadurch erhalten und der Baum bildet vermehrt Fruchtholz. Kirschbäume und Walnussbäume sollten nur im Sommer geschnitten werden.

Nach der kurzen Einleitung ging es mit Leiter, Säge und Schere an die Arbeit. Den Teilnehmern wurde gezeigt, wie man einen Baum auslichtet, damit das Obst auch genügend Sonne mitbekommt und wie man bei jungen Bäumen einen ordentlichen Erziehungsschnitt vornimmt, damit diese auch einen guten Wuchs bekommen. Auch die Wundversorgung wurde angesprochen. Nach dem heutigen Stand muss man auf Wunden, die kleiner als ein Zwei-Eurostück sind, keine künstliche Rinde auftragen. Denn ein dynamisch wachsender Baum hilft sich selbst. Grundsätzlich macht man aber nichts falsch, wenn man künstliche Rinde aufbringt.  Die Teilnehmer stellten schnell fest, dass in der Theorie immer alles einfach aussieht, wenn man aber selbst vor dem Baum steht und sich entscheiden muss, wo Säge und Baumschere angesetzt werden sollen, sieht alles ganz anders aus. So entstanden immer wieder interessante Diskussionen und es stellte sich schnell heraus, dass es kein Patentrezept gibt und jeder „Baumcoiffeur“ seine eigene Technik entwickelt. Bei Anfängern sieht man oft, dass meistens zu zögerlich geschnitten wird. An diversen Beispielen wurde die Regel: Schnitt  = Wachstum demonstriert und erklärt, dass am jungen Holz bei möglichst viel Luft, Licht, und Sonne die qualitativ besten Früchte gedeihen.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Vorsitzende für die sehr gute Unterweisung bei Christoph Weber und stellte fest, dass die von den Kreisverbänden Alsfeld, Biedenkopf und Marburg gemeinsam angebotene Ausbildung zum Obstbaumfachwart reichlich Früchte trage. An der aktuellen laufenden Ausbildung nehmen vom Obst- und Gartenbauverein Angelburg 87 e.V. drei Vereinsmitglieder teil, nach Abschluss verfügt der Verein dann über fünf Obstbaumfachwarte. Auch die Teilnehmer bedankten sich beim Referenten für die ausführliche Beantwortung ihrer Fragen und waren sich sicher, etwas Neues dazu gelernt zu haben.

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